Wie viel Strom wird im Durchschnitt beim Sous-Vide-Garen verbraucht?

Sous Vide Stromverbrauch

Für die Zubereitung von Rindsteaks, Geflügel, Fisch, Gemüse und anderen Leckereien erfreut sich das Sous-Vide-Garen einer zunehmenden Beliebtheit. Kein Wunder, denn die Lebensmittel werden dadurch besonders saftig, lecker und aromatisch. Zudem behalten sie einen Großteil ihrer Nährstoffe und Vitamine. Bevor Du Dir die notwendige Ausrüstung wie einen Sous-Vide-Garer und ein Vakuumiergerät anschaffst, brennt Dir aber vermutlich noch folgende Frage auf der Seele: Wie viel Strom wird beim Sous-Vide-Garen im Schnitt verbraucht? 

Die Frage ist natürlich berechtigt. Anders als beim Kochen im Topf oder Braten in der Pfanne ist das Sous-Vide-Garen ja dafür bekannt, dass die Garzeiten sehr lang sind. Da kommt es schon einmal vor, dass ein Braten oder ein Steak mehrere Stunden im Sous-Vide-Garer vor sich hin gart. Die Temperaturen sind jedoch vergleichsweise niedrig. Dadurch relativiert sich die längere Gardauer. Doch wie groß ist nun im Durchschnitt der Stromverbrauch? 

Ich kann schon einmal vorwegnehmen, dass der Stromverbrauch beim Sous-Vide-Garen absolut im Rahmen liegt. Im Vergleich zu anderen Garmethoden fallen die Stromkosten dementsprechend nicht unbedingt höher aus. Im Gegenteil: Unter Umständen kann diese Garmethode sogar energieeffizienter sein. Falls Du es noch genauer wissen möchtest, lies gerne diesen Artikel. Ich habe hier verschiedene Einflussfaktoren für den Stromverbrauch beim Sous-Vide-Garen unter die Lupe genommen. Außerdem habe ich am Ende noch eine kleine Beispielrechnung für Dich zusammengestellt, damit Du weißt, welche Kosten ungefähr auf Dich zukommen.

Hier kommst du übrigens zu unserem großen Sous Vide Garer Vergleich!

Welche Besonderheiten hat das Sous-Vide-Garen? 

Sous Vide bedeutet so viel wie „unter Vakuum“. Das Gargut wird mit einer festen Schweißnaht in einem Vakuumbeutel verschlossen und im Wasserbad gegart. Doch dies beschreibt eigentlich nur einen Teil des Garprozesses. Die zweite Besonderheit besteht im Temperaturbereich: Dein Gargut wird nämlich bei äußerst niedrigen Temperaturen gegart. 

Eine Umwälzpumpe und ein leistungsstarkes Heizelement tragen dabei zu einer hohen Temperaturgenauigkeit bei. Die Wassertemperatur kann beim Garvorgang daher konstant gehalten werden. Diese Faktoren führen dazu, dass Dein Gargut besonders saftig, zart und vitaminreich bleibt. Gerade für Steak, Braten oder auch Gemüse ist diese Garmethode dementsprechend perfekt, denn ein Übergaren ist praktisch unmöglich. 

Erfahre in einem anderen Artikel wer das Sous Vide Garen erfunden hat!

Stromverbrauch beim Sous-Vide-Garen: das Gerät ist entscheidend  

Der Stromverbrauch hängt in erster Linie davon ab, welches Gargerät Du verwendest. Für das Vakuumgaren benötigst Du eine spezielle Ausrüstung. Diese soll Temperaturabweichungen verhindern und ein schonendes Garen bei niedriger und konstanter Temperatur ermöglichen. Je nachdem, für welches Gerät Du Dich entscheidest, kann der Stromverbrauch beim Sous-Vide-Garen abweichen. 

Sous-Vide-Stick

Sous Vide Stick Stromverbrauch
Sowohl der Sous Vide Stick als auch der Sous Vide Garer haben keinen sonderlich hohen Stromverbrauch!

Der Sous-Vide-Stick ist bei Einsteigern sehr beliebt. Gerade der Klarstein Quickstick, der Steba Sous-Vide-Stick oder der Stick von Unold bieten Dir einen preiswerten Einstieg in das Vakuumgaren. Sous-Vide-Sticks werden an den Topfrand oder an einen speziellen Wasserbehälter gehängt. Dann erhitzen Sie das Wasser auf die eingestellte Zieltemperatur und versuchen, diese permanent konstant zu halten. Zusätzlich sorgen hochwertige Sticks für eine Wasserumwälzung, damit das Wasser überall dieselbe Temperatur hat. Dementsprechend bieten Dir Sous-Vide-Sticks wirklich eine einfache Bedienbarkeit. Sie nehmen nur wenige Zentimeter an Platz in Anspruch, ermöglichen eine genaue Temperatureinstellung und verfügen häufig über eine Abschaltautomatik. 

Aber: Sie arbeiten nicht so energieeffizient wie richtige Sous-Vide-Garer mit geschlossenem Innentopf. Durch den offenen Behälter geht mehr Wärme verloren, was sich bei dem häufig mehrstündigen Garprozess deutlich bemerkbar macht. Mittlerweile bieten die Hersteller daher auch Deckel für die Wasserbecken an, die über eine Aussparung für den Sous-Vide-Stick verfügen. Das sorgt für eine optimierte Energieeffizienz: Die bessere Isolierung trägt dazu bei, dass sich das Wasser schneller erwärmen kann. Zudem wird weniger Energie benötigt, um das Wasserbad auf der gewünschten Zieltemperatur zu halten. 

Sous-Vide-Garer mit Wasserbecken 

Neben Sous-Vide-Sticks gibt es auch komplette Sous-Vide-Garer, die über einen eingebauten Wassertank verfügen. Solche Geräte werden zum Beispiel von Allpax oder wie mein Testsieger aus dem Vergleich von CASO angeboten. Vollständige Sous-Vide-Garer bringen natürlich ein paar Kilogramm auf die Waage und haben je nach Fassungsvermögen auch große Abmessungen. Zudem sind die Anschaffungskosten höher als bei einem Sous-Vide-Stick. 

Trotz der kleineren Nachteile bieten sie Dir aber auch die besten Voraussetzungen für das Vakuumgaren: Die Zirkulation des Wassers ist optimal, die Temperatur- und Zeiteinstellung sehr genau möglich und das Heizelement ist besonders leistungsstark. Die Handhabung ist ebenfalls komfortabel. Zudem arbeiten die Sous-Vide-Garer aus oben genannten Gründen energieeffizient: Durch den integrierten Deckel benötigen sie weniger Strom, was sich positiv auf Deine Stromrechnung auswirkt. 

Weitere Einflussfaktoren für den Stromverbrauch

Egal, ob Du Dich für einen Sous-Vide-Stick oder ein Komplettgerät entscheidest: Wichtig für den Stromverbrauch ist natürlich die Leistung. Hier gibt es deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Geräten: Manche Sous-Vide-Sticks haben etwa 500 Watt, andere Komplettgeräte arbeiten mit 2000 Watt oder sogar noch mehr. Die Wattzahl gibt immer an, wie viel Energie ein Sous-Vide-Garer pro Stunde abgibt, wenn die Leistung maximal ist. Je höher die Wattleistung also ist, desto mehr klettert Deine Stromrechnung nach oben. Dementsprechend ist die Wattzahl ein gutes Indiz dafür, wie viel Strom Du beim Sous-Vide-Garen verbrauchst. Es gibt aber noch weitere ausschlaggebende Faktoren: 

  • Ausgangstemperatur des Wassers
  • eingestellte Gartemperatur
  • benötigte Aufheizzeit 
  • Garzeit – diese wird laut Gartabelle gewählt 
  • Art des Garguts 
  • Kerntemperatur des Garguts zu Beginn des Garprozesses
  • Isolationseigenschaften und Volumen des verwendeten Gefäßes 
  • Wasserstand im Wasserbecken 

Du siehst: Es ist immer von Fall zu Fall unterschiedlich, wie hoch der Stromverbrauch in der Praxis wirklich ist. Demensprechend ist es schwierig, hier pauschale Angaben zu treffen. 

Sous Vide Garer Stromverbrauch Einflussfaktor
Die Aufheizzeit deines Sous Vide Garer ist entscheidend für den Stromverbrauch!

Wie hoch ist der Stromverbrauch? Eine Beispielrechnung 

Dennoch habe ich eine kleine – natürlich vereinfachte – Beispielrechnung für Dich vorbereitet. Damit möchte ich Dir verdeutlichen, mit welchem Stromverbrauch das Vakuumgaren in der Regel verbunden ist. 

Ich gehe von einem Sous-Vide-Garer mit einer Leistung von 1000 Watt aus. Du möchtest ein Rinderfilet garen. Laut Gartabelle benötigt dieses eine Gartemperatur von 58 Grad Celsius und muss etwa zwei Stunden lang garen. Bei einem Strompreis von 37 Cent pro Kilowattstunde zahlst Du 74 Cent, um das Rinderfilet mit der Sous-Vide-Garmethode zuzubereiten. Allerdings gehe ich bei dieser Rechnung davon aus, dass das Gerät permanent auf maximaler Leistung arbeitet. Dies ist in der Praxis meistens nicht der Fall. 

Zudem fehlen noch die Kosten für das Aufheizen des Wassers. Gerade dieser Prozess ist aber sehr energieintensiv:  Eine große Wassermenge mit 18 Grad Celsius auf 58 Grad Celsius zu erhitzen, benötigt tatsächlich viel Strom. Rein theoretisch kommen auch noch die Stromkosten hinzu, die der Vakuumierer verursacht. Du musst das Gargut ja erst noch luftdicht vakuumieren. Doch auch diese Kosten habe ich an dieser Stelle vernachlässigt, denn das würde zu weit führen. 

Fazit: Das Sous-Vide-Garen ist kein Stromfresser 

Insgesamt komme ich also zu folgendem Schluss: Im Vergleich zu anderen Garmethoden wie dem Backen im Ofen oder dem Braten in der Pfanne muss das Sous-Vide-Garen nicht unbedingt mehr Strom verbrauchen. Klar, viele Einsteiger haben erstmal Bedenken, weil die Garzeit so lang ist. Dafür ist aber auch die Temperatur viel niedriger. Deshalb kann das Sous-Vide-Garen sogar eine preiswertere Alternative darstellen. Gerade Herd und Backofen haben eine viel höhere Leistung und verbrauchen daher mehr Strom. Sie werden aber eben oft nicht so lange am Stück eingesetzt. Deshalb ist es wirklich schwierig, einen Vergleich aufzustellen. 

Fest steht auf jeden Fall: Mit dem Sous-Vide-Garer werden Lebensmittel besonders schmackhaft zubereitet. Sie behalten ihre Flüssigkeit, trocknen nicht aus und werden nicht zäh. Grundsätzlich liegt der Stromverbrauch nicht höher als bei anderen Garmethoden. In dieser Hinsicht musst Du daher keine Bedenken haben: Das Vakuumgaren ist nicht zwangsläufig besonders teuer. Meiner Meinung nach lohnt es sich aufgrund der zahlreichen Vorteile, diese moderne Garmethode einfach einmal auszuprobieren. 

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